Ökumenisches Forum Garbsen

Bildung   -   Dialog   -   Soziales   -   Kultur  -   Ökumene

Home
Wer wir sind
Programm
Rückblick
Disteln im Weinberg
Veranstaltungsberichte
Kontaktadressen
Archiv
Gästebuch
Disclaimer

Veranstaltungsberichte

MEIN KIND SÜCHTIG? – NIEMALS!!!

 

KINDER STARK MACHEN – ZU STARK FÜR DROGEN.

 

 „ Eltern können am wirksamsten ihre Kinder davor schützen, süchtig zu werden, wenn diese noch gar nicht aktuell gefährdet sind. Kinder, die sich in ihren Familien sicher und geborgen fühlen, die ermutigt werden, selbstständig zu handeln, sind zu stark für Drogen“, so Carsten  Theile von der Drobs in Hannover. Auf der gemeinsamen Veranstaltung von Ökumenischen Forum, dem Verein für Erziehungs- und Lebensfragen, der Suchtberatungsstelle der Caritas und dem Kinderschutzbund waren sich Referent und Anwesende einig, die Ursachen für eine Suchtgefährdung liegen meistens schon in der Kindheit.

Sucht hat viele Gesichter, aber immer steht der unbefriedigte Wunsch nach Zuwendung und Wohlbefinden dahinter. Wer also die Bedürfnisse von Kindern kennt, nachempfinden kann, und ernst nimmt, hat schon viel getan, Süchten vorzubeugen. Einige Signale, um zu erkennen, ob ein Jugendlicher  Sucht gefährdet ist,  wurden in einer sehr anregenden Gesprächsrunde herausgearbeitet: Passivität, mangelndes Selbstvertrauen, Konflikten ausweichen, überzogene eigene Leistungsanforderungen und Schwierigkeiten, Kontakt zu finden.

„Bleiben Sie im Gespräch mit Ihren Kindern! Finden Sie gemeinsam Regeln des Zusammenlebens! Machen Sie Lust auf Leben!“ empfahl Theile. „Und lassen Sie sich beraten, bevor das Kind der Sucht verfallen ist“, ermunterte Anja Schäfer von der Suchtberatungsstelle der Caritas in Garbsen, Am Osterberge 1.

                                                                                                            (Horst Oelze)      

"Integration - keine Einbahnstraße": Veranstaltung mit der KAB am 30. September 2010 zur interkulturellen Woche

Für das Miteinander ist Geduld gefragt

Experten diskutieren beim Ökumenischen Forum der Kirchen über den Stand der Integration in Garbsen

 

In Sachen Integration ist Garbsen an vielen Stellen dabei, die lange versäumten Hausaufgaben zu erledigen. Doch zu tun bleibt für jeden noch genug.

 

VON SVEN SOKOLL GARBSEN. Jeder fünfte Garbsener hat einen ausländischen Pass, allein oder zusätzlich zum deutschen. „Integration ist in Garbsen deshalb tägliches Geschäft“, hat Gregor Branahl am Donnerstagabend im Pfarrheim St. Maria Regina in Berenbostel betont. Er moderierte eine Diskussion des Ökumenischen Forums. Die Stadtverwaltung bemüht sich vor allem im Jugendbereich darum, Chancengleichheit herzustellen. „Die Bildung ist der Schlüssel“, sagte Sozialdezernentin Iris Metge und präsentierte den rund 50 Zuhörern eine lange Reihe von Projekten, die dazu beitragen sollen. Im November will die Stadt anfangen, schon auf Familien mit Neugeborenen zuzugehen. Hebammen verteilen dann eine neu entwickelte Mappe mit Informationen. Über die erfolgreiche Rucksack- Sprachförderung im Kindergarten setzt sich die enger gewordene Begleitung bis hin zur Assistenz bei der Berufswahl fort. „Man braucht viel Mühe und Geduld“, sagt Efstathios Chytis, der Vorsitzende des Integrationsbeirats. Er ist vor allem dabei aktiv, die Kulturen einander nahezubringen. Kai Schiewek vom Nachbarschafsladen Neuland hat bei seinen Bemühungen auf dem Berenbosteler Kronsberg Schritte auf dem Weg zu gegenseitigem Respekt und Anerkennung registriert: „Langsam verbreitet sich, dass man sich im Viertel grüßt.“ Er sieht vor allem die Deutschen in der Pflicht, sich stärker für ihre Mitmenschen zu öffnen: „Viele Migranten wünschen sich, dass Deutsche viel mehr den Kontakt zu ihnen suchen.“ Auch Hedwig Mehring von der Caritas betonte: „Wir sind die Integrationsverweigerer, wenn wir zum Beispiel ausländische Bildungsabschlüsse nicht anerkennen und Professoren so bei uns in der Dönerbude arbeiten müssen.“ Damit widersprach sie deutlich den heiß diskutierten Thesen des ehemaligen Bundesbank-Vorstands Thilo Sarrazin. Die Sicht einer Migrantin auf diese Diskussion stellte Filiz Aktar dar, die mit türkischen Müttern arbeitet und sich im Frühstücksprojekt Help engagiert: „Es ist für uns auch nicht leicht. Die Frauen wissen oft nicht, wie sie sich verhalten müssen.“ Sie wünscht sich, dabei Brücken bauen zu können.

Aus der Leine-Zeitung vom 2. Oktober 2010

„Damit ihr Hoffnung habt!“ - Ökumenischer Vortrags- und Diskussionsabend am 22. April 2010

"Auf dem Weg zum Ökumenischen Kirchentag" mit P. Dirk Stelter und Dr. Dagmar Stoltmann-Lukas.

Das Motto des 2. Ökumenischen Kirchentages "Damit Ihr Hoffnung habt" stand als Überschrift über dem Vortrags- und Diskussionsabend, zu dem das Ökumenische Forum die Leiterin der Diözesanstelle Ökumene, Dr. Dagmar Stoltmann-Lukas, und den Ökumenebeauftragten der evangelischen Landeskirche Hannover, Pastor Dirk Stelter, eingeladen hatte. Sie gingen mit den gut 30 Teilnehmern Frage nach der gelebten Ökumene nach: „Was eint uns, was trennt uns noch?" Dabei wiesen Sie auf die großen Übereinstimmungen der Konfessionen in den wichtigsten Fragen des Glaubens hin. Sie verschwiegen aber auch nicht, dass es in anderen Bereichen noch Klärungsbedarf gibt. Die enormen Fortschritte, die die Ökumene während der letzten beiden Generationen gemacht habe, gebe aber Grund zur Hoffnung auf eine Kirchengemeinschaft, die in Vielem aber auch schon gelebt werde. Der ökumenische Kirchentag findet vom 12.-16. Mai 2010 in München statt. Eine ökumenische Gruppe aus unseren Gemeinden sowie 25 Jugendliche aus St. Raphael werden am 13. Mai nach München aufbrechen.  

 

„Malen ist wie ein Gebet“

 

Eine Ausstellung mit islamischer und christlicher Buchmalerei von Ilona Klautke zeigte das Ökumenische Forum vom 17.-26. März 2010 in der Willehadikirche . Malen ist für den gläubigen Muslim wie ein Gebet. Diese innere Haltung ist auch christlichen Ikonenmalern eigen: In Klausur, durch Fasten und bei liturgischen Gesängen entstehen heilige Bilder. Ilona Klautke, die in der Türkei türkische Ornament– und Miniaturmalerei studierte, ist Kennerin beider Weltreligionen. Ihre Religiosität spiegelt sich sowohl in ihren christlichen als auch in islamischen Malereien wider. In der gemeinsamen Präsentation beider Traditionen liegt die Chance des Dialogs und der Begegnung. Hier ein Artikel aus der Leine-Zeitung.

Klöster, Universität und Weserrenaissance

Unsere traditionelle Exkursion führte uns in diesem Jahr nach Rinteln. Dr. Dirk Gniesmer, bis vorletztes Jahr Pastor in Willehadi und jetzt in Rinteln tätig, führte die 50 Teilnehmer am 5. September durch dieses „Schatzkästchen der Weser-Renaissance“ und machte sie dabei mit einigen interessanten Gestalten der Rintelner Historie bekannt: Zum Beispiel den protestantischen Theologieprofessor Josua Stegmann, der an der Rintelner Universität lehrte und das bekannte Kirchenlied "Ach, bleib mit deiner Gnade" dichtete. Ebenfalls zahlreiche religiöse Texte dichtete der Jesuit Friedrich Spee, der in der Rintelner Universitätsdruckerei sein berühmtes Buch gegen den Hexenwahn "Cautio Criminalis" veröffentlichte. Besichtigt wurden unter anderem die heutige reformierte Klosterkirche St. Jakobi und das eindrucksvolle Kloster Möllenbeck, dessen Geschichte bis in das Jahr 800 zurück geht.

"Frei sein... Das Menschenbild des Paulus
 
Einen besonderen Blick auf den Freiheitsbegriff des Völkerapostels Apostels in all seinen Facetten hat die protestantische Theologin Prof. Dr. Gudrun Guttenberger, in ihrem Vortrag am 16. April in der Willehadi-Gemeinde geworfen.
Frau Dr. Guttenberger ist Professorin für biblische Theologie und Religionspädagogik an der Evangelischen Fachhochschule Hannover

"Freut euch allezeit!" (Phil 4,4) - Paulus, der Lebemensch

Am Donnerstag, 26. März, war der katholische Theologieprofessor Dr. Alois Stimpfle auf Einladung des Ökumenischen Forums in St. Raphael zu Gast. Gegenüber dem manchmal überlieferten Klischee vom "Frauenfeind" und "Nörgler" stellte er den Zuhörern einen lebensfrohen Paulus vor, und zwar mit all seinen Licht– und Schattenseiten als "Mann seiner Zeit“. Dies war der zweite Abend des Ökumenischen Forums zum Paulus-Jahr. Als Drittes wird die protestantische Theologin Prof. Dr. Gudrun Guttenberger am 16. April in der Willehadi-Gemeinde einen besonderen Blick auf den Freiheitsbegriff des Apostels werfen.

Foto: Bernhard Bergmann
Weihnachten 2008 im Raum Bethlehem

Thalita Kumi ist eine evangelische Schule in Beit Jala bei Jerusalem. Sie gehört zu den wenigen Schulen in Palästina, die gleichberechtigtes Lernen für Jungen und Mädchen, sowie ein Miteinander der Religionen ermöglichen.
Die Kirchengemeinde Alt-Garbsen unterstützt diese Schule. Am 10.12.08 war Schulverwatungsleiter Maurice Younan im Rahmen des "Offenen Gemeindehauses" beim "Offenen Gemeindehaus" zu Gast und berichtete von der aktuellen Situation im Westjordanland, die geprägt vom Leben im Schatten der Mauer, die von Israel durch das Gebiet der Palästinenser gezogen wurde. Er nahm auch Stellung zum Friedensprozess zwischen Israelis und Palästinensern, der zunehmende ins Stocken geraten sei. Besonders berichtete er von der Friedensarbeit von Talitha Kumi. Mehr...

"Pace - pace mio dio" - Operngebete

 

Ein besonderes Konzertereignis wurde den zahlreichen Besuchern am Sonntag, 16. November, in der Willehadi-Kirche geboten. Die Sopranisten Heidrun Klava (Foto) präsentierte in diesem Konzert die schönsten gesungenen Gebete aus weltberühmten Opern. Begleitet wurde sie dabei von Bernardo Martinez am Flügel. Gekonnt, kurzweilig und humorvoll führte der gebürtige Spanier durch das Programm.

Mehr über diese Veranstaltung...

 

Ein Ausflug durch "Romanik, Mönchtum und Ökumene" führte am 11. Oktober nach Hildesheim. Unter fachkundiger Führung eines langjährigen Kirchenvorstehers der St. Michaelisgemeinde wurde die ehemalige Abteikirche des Benediktinerklosters St. Michael besichtigt. Diese ist ein außergewöhnliches Beispiel romanischer Baukunst und - wie der Dom - Teil des UNESCO-Weltkulturerbes. Nach der Besichtigung besuche die Reisegruppe die Basilika St. Godehard und das „Haus Jerusalem“, das von Benediktinern der deutschsprachigen Dormitio-Abtei auf dem Berg Zion in Jerusalem betrieben wird. Zu den Aufgaben der Mönche dort gehört besonders das Gebet und die Arbeit für den Frieden. Eine Besichtigung des Domes und ein Spaziergang durch die Altstadt rundete das Programm ab. Weitere Fotos und einen ausführlichen Bericht finden Sie hier

Mensch - Medizin - Moral

Im Rahmen des Schwerpunktthemas "Gesundheit" des Ökumenischen Forums Garbsen fand am 5. Juni 2008 ein interessanter Vortrags- und Diskussionsabend mit Prof. Dr. Gerhard Kruip, Direktor des Philosophischen Forschungsinstituts Hannover und Universitätsprofessor für Sozialethik in Mainz, statt. Vor zahlreichen Interessierten im Pfarrheim St. Raphael  fragte der Philosoph nach den ethischen Grenzen der Medizin. Angesichts von Stammzellenforschung, Organtransplantation und Finanzkrise des Gesundheitswesens suchte er eine Antwort auf die Frage: "Dürfen wir alles, was wir können - und wer kann sich Gesundheit noch leisten...?"  

Ökumenischer Segnungsgottesdienst für Gesunde und Kranke

Ein ökumenischer „Segnungsgottesdienst für Kranke und Gesunde“ fand am Donnerstag 10. April, in St. Raphael statt. Anlass war die bundesweite „Woche für das Leben“ der katholischen und evangelischen Kirche in Deutschland vom 5. bis 12. April 2008. Sie stand in diesem Jahr unter dem Motto „Gesund oder krank – von Gott geliebt.“

Als besonderes Gestaltungselement konnten die Teilnehmer sich in diesem Gottesdienst nach alter christlicher Tradition mit Öl salben lassen. In der Salbung mit wohlriechendem Öl kam die heilende und stärkende Kraft des Glaubens und des fürbittenden Gebetes besonders spürbar zum Ausdruck. Der Gottesdienst wurde von Pfarrer Benno Nolte, Pastorin Koopmann als Predigerin und Pastoralreferent Gregor Branahl gestaltet. Christoph Wenzel am Akkordeon sorgte für musikalische Akzente. Zahlreiche Gläubige feierten diesen Gottesdienst mit und nahmen die Einladung zur Salbung an.

Weitere Informationen zur  www.woche-fuer-das-leben.de

A Bissale Mazl - "Ein bisschen Glück" war das Konzert mit dem jüdischen Ensemble  MIZWA  am Vorabend des Gedenktages der Judenpogrome von 1938 ("Kristallnacht") überschrieben. Das Ökumenische Forum hatte  in das Silvanus-Kirchzentrum eingeladen. Mit einem eindrucksvollen Programm verstanden die Musiker des Ensembles der liberalen jüdischen Gemeinde Hannover, die verstummte Musik der jüdischen Kultur neu zum Klingen bringen. Das Publikum war begeistert von den hochqualitativen Darbietungen, die vom Klezmer bis zur Folklore, vom tief Religiösen bis zum schwungvoll Tänzerischen reichten. Ein angemessenes Programm an einem denkwürdigen Datum.

Abschied von Dirk Gniesmer

Im Dezember trat Pastor Dr. Dirk Gniesmer eine neue Stelle in Rinteln an. Mit einem feierlichen Gottesdienst in der Willehadi-Kirche wurde der Mitbegründer des Ökumenischen Forums am Dritten Advent verabschiedet. Wir sagen ein herzliches Dankeschön für seine prägende Mitarbeit und wünschen Gottes Segen für die neue Tätigkeit. weiter...

Interkulturelle Vielfalt beim Lichterfest der Kulturen

Am ersten Advent feierten 250 Teilnehmer in der Aula der Johannes-Kepler-Gymnasiums ein internationales Lichterfest. Der Integrationsbeirat der Stadt Garbsen und das Ökumenische Forum hatten zu der multikulturellen Begegnung eingeladen. Die Streicher- und Bläserklasse des Gymnasiums eröffneten das vielfältige Programm. Tänze und Musik aus Brasilien, Griechenland und Spanien folgten. Zwischendurch erklärte Bärbel Smarsli von der katholischen Kirchengemeinde St. Raphael christliche Bräuche wie den Adventskranz oder den Barbarazweig. Margareta Suslovice von der liberalen jüdischen Gemeinde stellte den Teilnehmern die Bedeutung des Chanukka-Leuchters vor. Das Chanukkafest erinnert an die Wiedereinweihung des jüdischen Tempels in Jerusalem im Jahr 186 v.Chr. Vor dem Chanukka-Fest wird jeden Tag wird eine Kerze mehr angezündet, bis am Ende alle acht Kerzen leuchten. Begrüßt von der Song-Time Gruppe und dem Kindersingkreis unter Leitung von Evelyn Jagstaid kam am Schluss der Nikolaus und verteilte Gaben an die Kinder. Mehr...

Bonhoeffer-Oratorium: Emotionale Aufführung beeindruckt in der Willehadi-Kirche
Zwei Kirchenchöre, ein kleines Orchester, Solisten und eine Sprecherin brachten in der Willehadi-Kirche unter der Leitung von Wilfried Müller ein Musikstück zur Aufführung, das das Publikum nachhaltig beeindruckte. Die stimmliche Qualität der Sängerinnen und Sänger und das Spiel der Instrumentalisten war von hoher Qualität. Die Auswahl und der Vortrag der Texte, die zum großen Teil Originalzitate des Nazigegners und Theologen der Bekennenden Kirche, Dietrich Bonhoeffer, waren, gingen den leider nicht besonders zahlreichen Zuhörerinnen und Zuhörern nahe. Mehr über die Aufführung des Oratoriums von Matthias Nagel lesen Sie in einem Artikel der Leine-Zeitung...

Theaterstück macht betroffen - "Das Leben riskieren" stellt Dietrich Bonhoeffer vor
27. September 2007. Für die sechzig Zuschauer im Pfarrheim St. Raphael war es eine beeindruckende Darbietung des Ensembles Bühnensturm. Der evangelische Theologe und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus Dietrich Bonhoeffer wurde in dem Theaterstück vorgestellt. Der Text bestand überwiegend aus Originalzitaten des Mitbegründers der "Bekennenden Kirche", die vom Autor und Schauspieler Martin-G. Kunze dem Bonhoeffer-Darsteller Christoph Linder in den Mund gelegt wurden. Beeindruckend auch Johanna Kunze, die als "Anwältin des Widerspruchs" die innere Zerrissenheit und Tragik, aber auch die Konsequenz des Theologen zu Tage förderte. Petra Sauermann zeigte eine erstaunliche Wandlungsfähigkeiten in den unterschiedlichsten Rollen. Mehr...

Begegnung mit der Serbisch Orthodoxen Kirche

Das ökumenische Forum war zu Gast im serbisch-orthodoxen Kirchenzentrum und nahm teil an der Vesper vom Vorabend des Patronatsfestes des Heiligen Sava. Im anschließenden Gespräch mit Pfarrer Pejic und Diplomtheologe Mathias Borchert erfuhren die Teilnehmer viel über die Spiritualität der serbisch-orthodoxen Kirche und auch über den Gemeindepatron, den Heiligen Sava. Weiter...

Erzpriester Milan Pejic von der serbisch-orthodoxen Gemeinde in Hannover war bereits am 19. April zu einem Vortrag in Marienwerder und informierte über die Situation seiner Kirche auf dem Balkan und in Deutschland siehe Bericht.

 

 

Ein Trialog der Religionen:

Jehoshua ben Joseph - eine interreligiöse Weihnachtsgeschichte

 

Die drei großen Religionen Judentum, Christentum und Islam verbindet der Glaube an den einen Gott und gemeinsame religiöse Traditionen wie z.B. die Geschichten über Abraham und seine Söhne Isaak und Ismael, die aber jeweils mit anderen Betonungen und anderem Zungenschlag erzählt werden.

Deutlich wurde dies in dem vom Ökumenischen Forum Garbsen auf die Bühne der  neuen Aula beim Kepler-Gymnasium geholten Theaterstück „Jehoshua ben Joseph“. Da begegnen sich eine Jüdin und ein Muslim. Beide laut rezitierend aus ihren jeweiligen Heiligen Schriften auf Hebräisch und Arabisch. Ein Dritter tritt hinzu mit der Frage: „Versteht ihr auch, was ihr da lest?“ und löst damit ein langes Gespräch aus. Dieser Dritte entpuppt sich als Erzengel Raphael, der als Gottes Bote bei all den Geschichten, die in Bibel, Talmud oder Koran erzählt werden, dabei war. Auf seine Weise bringt er „authentisches“ Wissen ein.

Beim Erzählen schlüpfen die Schauspieler immer wieder in neue Rollen und verdeutlichen, dass hinter den auf den ersten Blick so verschiedenen religiösen Geschichten doch gemeinsame Grundmotive stecken. Dann ist es müßig, darüber zu streiten, ob Abraham nun Isaak oder Ismael opfern wollte. Stattdessen kann gemeinsam betont werden, dass Gott schließlich rettend eingreift und kein Menschenopfer will. Wo wären wir, wenn das alle begriffen, dass es im Namen der Religion keine Gewalt und keine Opfer geben darf? Am Ende erscheinen die drei mit einer Kerze in der Hand auf der Bühne. An Lessings Ringparabel erinnernd zeigen sie: jede Religion hat Licht - Licht vom Licht Gottes. Müßig zu fragen, welches das richtige Licht ist, wenn nur jeweils jeder sein Licht zum Leuchten bringt.

Das Ökumenische Forum wird dran bleiben an diesem Trialog, dem Dreigespräch der Religionen.

"Abend der Zehn Gebote" am 16. März 2006

Ein besonders interessanter Abend war die Veranstaltung des "Ökumenischen Forums"  am Donnerstag, 16. März 2006 in Willehadi. Über die Bedeutung der Zehn Gebote diskutierten Gäste aus Kirche und öffentlichem Leben. Auf dem Podium hatten Superintendentin Gisela Fähndrich, Rolf Dölle (didaktischer Leiter der IGS Garbsen), Propst Klaus Funke, Bürgermeister Wolfgang Galler und Harald Zimbehl (Richter) Platz genommen. Pastor Dirk Gniesmer und Pastoralreferent Gregor Branahl führten durch das Gespräch. Ob verkaufsoffene Sonntage, Gewalt in den Medien oder Achtung vor religiösen Gefühlen im Zusammenhang mit dem Karikaturenstreit: Viele Themen wurden angeschnitten und mit den Zehn Geboten in Verbindung gebracht, wodurch die bleibende Aktualität des Dekalog immer wieder deutlich wurde.

Musikalisch umrahmt wurde die Talkshow durch die Sängerin Anna Jursch (Foto), am Klavier begleitet von Anja Mohr. Das Duo begeisterte das Publikum im voll besetzten Saal mit gefühlvoll bis energiegeladen vorgetragenen Gospels, Spirituals und Jazznummern, die passend zur Thematik ausgewählt waren.

 

Armut - (k)ein Thema? Hartz IV und andere Armutsfaktoren

Engagiert diskutierten auf Einladung des ökumenischen Forums Garbsen der Caritasdirektor der Diözese Hildesheim, Hans-Jürgen Marcus, und Sozialamtsleiter Klaus-Jürgen Herrmann am Dienstag, 8. November in der Silvanuskirche. Bei der öffentlichen Debatte um Armut in Deutschland gehe es viel zu oft um Schlagworte wie "Sozialmissbrauch" und "Drückeberger", statt um die zunehmende Verarmung besonders von allein Erziehenden, Familien mit 3 und mehr Kindern und Migranten, kritisierte Dr. Hans-Jürgen Marcus, der auch Sprecher der Nationalen Armutskonferenz ist. Dieser Organisation gehören neben Vertretern der großen Wohlfahrtsverbände auch Gewerkschaften, Kirchen und kleinerer Selbsthilfe- und Sozialorganisationen angehören. Nicht die Arbeitslosen seien das Problem, sondern die Arbeitslosigkeit.  Armut sei eine "Verletzung von Grundrechten". Marcus berichtete über werdende Mütter, die von den ARGEn aufgefordert wurden, sich kleinere und günstigere Wohnungen zu suchen. "Es funktioniert noch nicht viel in den ARGEn, aber die Bescheide über Wohnungsanpassungen, die schickt man raus - im Landkreis Hildesheim allein 2.900 Fälle", kritisierte Marcus. Er forderte auch, dass der Regelsatz für die Grundsicherung zukünftig von einer unabhängigen Expertenkommission festgelegt werden solle. Das heutige Niveau sei "nicht bedarfsdeckend". 345 Euro stehen einer auf Sozialhilfe oder Arbeitslosengeld II angewiesenen Person für Essen, Trinken, Kleidung, Haushaltsgegenstände, Weihnachtsbeihilfe zu - ohne Wohn- und Heizkosten. In einem "Hauruckverfahren" sei dieses in Deutschland geltende so genannte soziokulturelle Existenzminimum festgelegt worden - nicht etwa im Bundestag sei dieser sensible Punkt entschieden worden, sondern im "stillen Kämmerlein" des Kabinetts. Er forderte ein "nachhaltiges System von Kombilöhnen" und den Ausbau des zweiten Arbeitsmarktes.

Hans-Jürgen Marcus

Klaus-Jürgen Herrmann, Sozialamtsleiter der Stadt Garbsen, belegte die Situation der von Arbeitslosigkeit und Armut betroffenen Menschen in Garbsen anhand konkreter Zahlen. So sorge der hohe Anteil von Einwohnern mit Migrationshintergund die Arbeitslosenquote ansteigen. Schwer zu vermitteln sieht Herrmann allerdings die Forderung nach höheren Transferleistungen. "Unsere Mitarbeiter im Sozialamt fragen sich, warum ein Arbeitsloser mit zwei Kindern unterm Strich das gleiche Einkommen zur Verfügung hat wie sie." Der Anreiz zu arbeiten sei manchmal zu gering. Das größte Problem sehe er aber in der mangelnden Bildung. Dagegen müsse beispielsweise die Kindergartenpflicht gesetzt werden.

Nationaler Armuts- und Reichtumsbericht, 2005

Nationale Armutskonferenz

Islam-Expertin gibt Einblick in die Gefühlswelt der Frauen

 

Hamideh Moahagheghi referiert in der Willehadi-Gemeinde

 

Die renommierte Islamwissenschaftlerin Hamideh Mohagheghi hat auf Einladung des ökumenischen Forums im Gemeindehaus der Willehadi-Gemeinde über das Leben als Muslima in Deutschland referiert. Die studierte Juristin lebt seit 25 Jahren in Deutschland und arbeitet in verschiedenen Arbeitskreisen zum interkulturellen und interreligiösen Dialog. Das Netzwerk HUDA für islamische Frauen, dessen Vorsitzende sie ist, hat sie mit begründet. In ihrem Vortrag gab sie einen Einblick in die Gefühlswelt islamischer Frauen. "Religion gewinnt unter den Migranten zunehmend an Bedeutung. Viele Frauen fühlen sich nicht mehr als Türkin, Perserin oder Ägypterin, auch nicht richtig als Deutsche, aber als Muslimin", sagte Mohagheghi. Die sichtbare Zugehörigkeit zur Religion  setze die Frauen häufig pauschalen Verdächtigungen und Urteilen aus. Oft werde das Bild der fundamentalistschen Religion mit dem Islam gleich gesetzt. Es sei wichtig, Frauen nicht das gesellschaftliche Miteinander zu verwehren, nur weil sie ein Kopftuch trügen. (Sabrina Friedrich in der Leine-Zeitung")

 

Nach der Veranstaltungen mit Hamideh Mohaghegi (links) diskutierten einige Teilnehmerinnen noch engagiert weiter.

Israel, Gottes auserwähltes Volk...

Landesrabbiner Henry Brandt (Augsburg) spricht über Geschichte und Gegenwart des Judentums

Einen lebendigen Einblick in jüdische Denkweisen verschaffte Landesrabbiner Dr. Henry Brandt (Augsburg) den fast 60 Zuhörern in St. Maria Regina.
In der Einleitung hatte Pastor Dr. Dirk Gniesmer von der Willehadi-Gemeinde gefragt, wie die Rede vom "auserwählten Volk" zu verstehen sei, da ja auch die Kirche sich als "Volk Gottes" bezeichne - wenn auch die unverbrüchliche Treue Gottes zu Israel für die Christen bestand hat.
Aufgabe des Judentums sei es, die Weisungen Gottes zu den Völkern zu bringen, erklärte Brandt. Und deren wesentliche Zielrichtung sei ein Leben in Gerechtigkeit und Frieden. Alle drei großen monotheistischen Religionen sollen auf jeweils ihre Weise diesen Auftrag erfüllen. Brandt verglich diese mit drei Bäumen, die in dem selben Boden wurzeln, aber an unterschiedlichen Standorten ihre eigene Gestalt entwickelt haben.
Die unterschiedlichen Bräuche und Rituale  hätten dem Judentum geholfen, über die Jahrhunderte ihre Identität durch Zerstreuung und Unterdrückung hindurch zu bewahren. Auf den Konflikt im Nahen Osten angesprochen, erklärte Brandt, dass das Judentum zum "heiligen Land" Israel eine innige Beziehung hat. Es sei aber nicht möglich, daraus territoriale Ansprüche herzuleiten. Für den Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern müssten politische Lösungen gefunden werden, wobei Religion dabei nicht missbraucht werden dürfte.

Für Brandt war der Abend im Rahmen des Ökumenischen Forums fast ein "Heimspiel": Er war viele Jahre  lang Landesrabbiner in Hannover.

Landesrabbiner Dr. Henry Brand wird von Pastor Dirk Gniesmer (links) und Pfarrer Benno Nolte (rechts) in die Mitte genommen.

"Es ist mehr möglich, als wir denken..."

Propst Klaus Funke und Stadtsuperintendent Wolfgang Puschmann für mehr "ökumenische Schritte vor Ort"

"Was soll eigentlich noch diese Trennung in evangelische und katholische Kirche?", dieser Frage begegne  er  oft,  berichtete Pfarrer Christian Voigtmann von der Silvanus-Gemeinde am Dienstag auf einer Veranstaltung des ökumenischen Forums. Unter der Leitung von Gregor Branahl, Pastoralreferent der katholischen St. Raphael-Gemeinde, und Pfarrer Voigtmann diskutierten Christen mit Stadtsuperintendent Wolfgang Puschmann und Propst Klaus Funke in der Silvanuskirche über Möglichkeiten ökumenischer Zusammenarbeit. "Es ist mehr möglich, als wir denken", lautete der Titel der Veranstaltung.

Ein Streitpunkt war das Abendmahl. Ist auch vieles ähnlich, bestehen doch theologische Unterschiede. "Es schadet nicht, wenn wir anderer Meinung sind. Es muss darum gehen, zu verstehen, was der andere glaubt", so Puschmann. Diese Ansicht teilte auch Funke. "Warum müssen wir eigentlich gemeinsam das Abendmahl feiern?" Vielleicht gehe es um die "Befreiung von einem ökumenischen Leistungsdruck". Oder wie ein Zuhörer sagt: Sie können sich ruhig weiter streiten. Ich fühle mich in beiden Gemeinden wohl." 

Wolfgang Puschmann, Stadtsuperintendent und Propst Klaus Funke, Regionaldechant mit Gastgeber Pastor Christian Voigtmann.

Integration - keine "Einbahnstraße"?

Bericht von der ÖFG-Veranstaltung am 19.02.2004 in St. Raphael

 

Das Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft verläuft nicht spannungsfrei. Gerade, wenn in bestimmten Stadtteilen größere Anteile der Bevölkerung aus Zuwanderern bestehen und verschiedene Kulturen aufeinander stoßen.

Die Kirchengemeinden in Garbsen versuchen mit verschiedenen Einrichtungen, diesem Umstand Rechnung zu tragen: Dazu gehören die Sozial- und Migrationsberatung des Diakonischen Werkes, die Jugendsozialarbeit der kath. Kirche im "Mars-Point" (St. Raphael) oder das jüngstes Projekt, an dem die Gemeinden in Berenbostel beteiligt sind, der "Nachbarschaftsladen Neuland" auf dem Kronsberg.

Gabriele Erpenbeck, Ausländerbeauftragte des Landes Niedersachsen, lieferte in ihrem Referat wichtige Hintergrundinformationen  über Wanderungsbewegungen in Niedersachsen und über verschiedene Aspekte der Integration von Zuwanderern, speziell auch von Kindern und Jugendlichen.

In einer anschließenden Diskussion mit den knapp 50 Teilnehmern wurde deutlich, dass Integration keine einseitig zu erbringende Leistung von Ausländern ist, sondern ein Prozess, der von allen Beteiligten geleistet werden muss. Keine Gesellschaft ist statisch, sondern verändert sich - mit oder ohne Bevölkerungsbewegungen, die es schon immer in unserem Land gegeben hat . Aufgabe gerade der Kirchen sei es, gemeinsames kulturelles Lernen zu ermöglichen. Dazu gehöre neben der Offenheit, die anderen anzuerkennen auch das Bewusstsein für die eigenen kulturellen Werte. Frau Erpenbeck äußerte vor dem Hintergrund dramatischer Traditionsabbrüche die Vermutung, dass  viele Ängste,  die daraus resultieren, "dass man selbst nicht mehr weiß, wo man herkommt", auf die Fremden projiziert würden.

Gabriele Erpenbeck

 

 

nach oben

Bericht vom Forums-Abend am 11.11.2004 in St. Raphael:
"Wenn ich gewusst hätte, was alles möglich ist!"

Viele Menschen haben nach dem Verlust eines Menschen das Gefühl, dass sie gerne mehr selbst getan hätten - für sich, für den Verstorbenen, für andere Trauernde. Manche Entscheidungen werden bereut, weil Zeit, Informationen und Unterstützung fehlen. Oft wird dann gedacht: "Wenn ich das gewusst hätte..."Cordula Caspari, Kulturwissenschaftlerin aus Bremen und freiberufliche Bestatterin gab Anregungen für eine persönliche Gestaltung des Abschieds.

 

Organisatoren und Teilnehmer des "Ökumenischen Forums" im Gespräch über Bestattungskultur und Trauerbegleitung.

Lesen Sie auch den Artikel der "Leine-Zeitung" über diesen Abend.

nach oben

CASPARI2.JPG (32504 Byte)